Die Bamberger Jahre

Während der Bamberger Jahre (1808-1813) machte Hoffmann entscheidende Erfahrungen. Zunächst glaubte er an eine musikalische Karriere als Musikdirektor am Theater. Da aber sein erster großer Auftritt als Dirigent mit einem Fiasko endete (zu dem er zum Teil beitrug), hatte er sein Amt nur noch nominell inne. Er wurde zum Gelegenheitsdichter und -komponisten am Theater, ja sogar zum Kulissenarbeiter, doch ist seine Beteiligung an den Aufführungen von Kleists Käthchen von Heilbronn 1811 und Calderons Andacht zum Kreuze 1812 unter Franz von Holbein zu rühmen. Seinen Lebensunterhalt musste er sich v. a. durch Musikunterricht für höhere Töchter verdienen. (Dabei kam es auch zur Begegnung mit der Schülerin Julia Mark).
In Bamberg pflegte Hoffmann künstlerischen und intellektuellen Umgang. Dazu gehörte vor allem Friedrich Carl Kunz, Weinhändler und Betreiber einer bedeutenden Leihbibliothek; er wurde zu Hoffmanns erstem Verleger und veröffentlichte dessen – teilweise in Bamberg entstandene – Erzählungen (Fantasiestücke in Callot's Manier). In dieser Zeit wurden außerdem musikalische Werke verfasst (Miserere, Aurora, Duettini für Julia sowie Klaviermusik).