E.T.A. Hoffmann-Haus, Schillerplatz 26, 96047 Bamberg

Geschichte

E.T.A. Hoffmann wohnte von 1809 bis 1813 in den beiden obersten Geschossen des Hauses am Zinkenwörth Nr. 50. Die 100. Wiederkehr seiner Ankunft in Bamberg 1908 führte zur Anbringung einer Gedenktafel an dem Haus. Die Hoffmann-Renaissance wurde außerdem durch den 100. Todestag 1922 und den 150. Geburtstag 1926 befördert. 1930 wurde am Schillerplatz 26 ein E.T.A. Hoffmann-Museum eröffnet und bis heute auf das ganze schmalbrüstige Haus einschließlich Rückgebäude und Garten ausgedehnt.

Eingerichtet wurde das Museum ursprünglich unter dem Thema „E.T.A. Hoffmann in Bamberg“. Dafür legte der Gründer, Dr. Wilhelm Ament, eigene Sammlungen an. Diese wurden allerdings 1958/1961 der Staatsbibliothek Bamberg anvertraut. Nun wollte man das Museum so einrichten, wie zu Hoffmanns Zeiten. Dazu gibt es jedoch keine Unterlagen, geschweige denn eine originale Ausstattung.

Das erste Besucherbuch reicht von 1928 bis 1954 und enthält 3269 Einträge. Die Staatsbibliothek Bamberg hat es digitalisiert, so dass Sie darin blättern können.

Besucherbuch 1928-1954

Das E.T.A. Hoffmann-Haus heute

Die jetzige Einrichtung geht auf die Konzeption des Bühnenbildners Wolfgang Clausnitzer von 1999 und 2002/2003 zurück und wurde bis heute ständig weiter verbessert. Das spezifisch realistisch-phantastische, „hoffmanneske“ Flair blieb erhalten.

Vermittelt werden Bild-, Text- und Ton-Informationen nicht zuletzt in Installationen nach modernen museumsdidaktischen Gesichtspunkten. Die einzige E.T.A. Hoffmann allein gewidmete Gedenkstätte will damit den verschiedenen Lebens- und Schaffensbereichen gerecht werden.

Sponsoren und Stiftungen
Die Einrichtung wurde ermöglicht durch den Rotary Club Bamberg, die Arbeitsgemeinschaft literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten, die Oberfrankenstiftung, die Landesstelle für nichtstaatliche Museen, die Bayerische Landesstiftung, die Sparkassenstiftung Bamberg sowie Mitglieder der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft e.V.

Träger
E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft e. V., Bamberg.
Das Kulturamt der Stadt Bamberg gewährt dem E.T.A. Hoffmann-Haus regelmäßige institutionelle Förderung, 2016 verstärkt durch die Weltkulturerbestiftung und eine Spende der Stadtbau GmbH. So ist der laufende Betrieb gesichert. Mit dem 1. Januar 2017 erwarb die Weltkulturerbestiftung das Gebäude.

Reguläre Öffnungszeiten
vom 1. Mai bis 1. November:
Täglich (außer Montag) 13-17 Uhr

Wechselausstellung
Maskerade mit E.T.A. Hoffmann. E.T.A. Hoffmann in der Sicht russischer Schüler. Ausstellung des Kaliningrader Gebietsmuseums für Geschichte und Kunst, Kuratorin: Valentina Pokladova (12. Mai bis 30. Juli 2017)

Publikationen
Bernhard Schemmel: In Hoffmanno! E.T.A. Hoffmann-Haus und E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft. Ein Beitrag zur Rezeptionsgeschichte. Reproduktionen: Gerald Raab, Staatsbibliothek Bamberg. Bamberg: E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft e. V. - edition hübscher im Genniges Verlag in Kommission 2013. 326 S. mit 120 überwiegend Farb-Abb.
Bodo Plachta: Dichterhäuser. Mit Fotografien von Achim Bednorz. Darmstadt: Theiss 2017. S. 92-94.
Ernst Müller: Auf den Spuren deutscher Dichter. Darmstadt: Schneider 2012. S. 127-141 ("eines der außergewöhnlichsten und bizarrsten Literaturmuseen Deutschlands". - "Das Entree dieses Literaturmuseums ist mehr als bloße Spielerei. Es verweist auf eine zentrale Leistung der Literatur Hoffmanns. Diese nämlich stieß das Tor auf zur Erkundung der seelischen Abgründe, der Brüchigkeit des Ichs, das nicht mit sich identisch, sondern in verschiedene sich durchaus widerstreitende Identitäten gespalten ist." - "So viel beziehungsreiche Fantasie bei der Ausgestaltung eines Museums ist selten": S. 131, 136).

Aktuelles

Eintrittspreis
2 €
1 € für Schüler und Studenten
BAMBERGcard 14,90 € (Eintrittspreis enthalten)

frei: Kinder bis 6 Jahren
frei: Mitglieder der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft.

Führungen
für Gruppen (bis 15 Personen)
im E.T.A. Hoffmann-Haus (Schillerplatz 26, 96047 Bamberg) vereinbaren Sie bitte mit Andreas Ulich unter Tel. 0951-9 68 44 93 oder per E-mail.

info@ulich-wortkunst.de

Neugierig geworden?

Einen Eindruck von dem Haus und seiner Atmosphäre vermittelt die Journalistin Naoma Clark bei einer Führung mit dem Rezitator Andreas Ulich.

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