Garten des E.T.A. Hoffmann-Hauses (Schillerplatz 26, 96047 Bamberg)

Der Garten macht, ausgehend von dem Zaubergarten des Archivarius Lindhorst im "Goldenen Topf", durch seine Anlage und Bepflanzung Motive aus Hoffmanns Leben und Werk sowie einzelne Zitate sinnlich erfahrbar. Er wurde von dem Bühnenbildner Wolfgang Clausnitzer entworfen und 2002/2003 durch den Garten- und Landschaftsbau Halbmeier, Burgebrach, angelegt. Inzwischen hat er sich weiterntwickelt.

Die in romantischem Stil ausgeführte Gitterpforte (1) zitiert das listig züngelnde Schlänglein, das dem Studenten Anselmus im "Goldenen Topf" am Ufer der Elbe unter einem Holunderbusch (3) erscheint. Unter einem von Knöterich umwucherten Bogen steht eine Keramikfigur der Kulmbacher Künstlerin Gertrud Murr-Honikel mit zwei Gesichtern als „Hommage an E.T.A. Hoffmann“ (2).

Ein mit Rosen umrankter Bogen (5) und benachbarte Rosenbüsche (6) verweisen auf die "Lebensansichten des Katers Murr". Zwei sich am Spalier rankende Apfelbäumchen (11), deren Früchte im Spätsommer reifen, stellen die Verbindung zum Bamberger Apfelweibla her, das im "Goldenen Topf" zitiert wird.

Der den Garten erschließende, mit Sandsteinplatten belegte Pfad schlängelt sich durch einen von Hainbuchen gewölbten Laubengang in eine Rundlaube (7); der Mosaikboden (8) zeigt einen Pokal – Hoffmanns Zeichen für Weingenuss im Tagebuch. Weinstöcke (12) deuten Hoffmanns Vorliebe und Stimulanz an.

Eine zweite Figur von Gertrud Murr-Honikel ist der Klein Zaches aus "Klein Zaches, genannt Zinnober" (4). Schrifttafeln enthalten Textzitate aus Werken Hoffmanns, z. B. aus den Elixieren des Teufels: "eine warme, herrliche Luft, wie ich sie nie geatmet, strömte herein, ein Garten schloß sich an das Gebäude, herrliche fremde Bäume grünten und blühten, Weinlaub rankte sich üppig empor, vor allem aber war mir der dunkelblaue duftige Himmel eine Erscheinung aus ferner Zauberwelt."

Am Ende des Gartens, an einer kleinen Wiesenlichtung, verweist zwischen Holunder (3), Bambus und Liguster ein Teich (10) auf die Urdar-Quelle in der "Prinzessin Brambilla". Zur Seite steht eine Kalksteinfigur der Undine von Reinhard Klesse (9), gestiftet von einem Freundeskreis zum 4.8.2010.