E. T. A. Hoffmann
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Auf dem Bamberger Schillerplatz verweist eine große Fahne mit dem Namenszeichen und dem Porträt Hoffmanns auf das schmalbrüstige Haus. Hoffmann bewohnte das Gebäude, es war die zweite Wohnung in Bamberg, mit seiner Frau Michalina vom 1. Mai 1809 bis zum 21. April 1813, und zwar in der zweiten Etage (Wohnraum, Küche) und im Dachgeschoss (Schlaf- und Arbeitsraum: das Poetenstübchen).

Die 100. Wiederkehr der Ankunft Hoffmanns in Bamberg 1908 führte zur Anbringung einer Gedenktafel an dem Haus. Die Hoffmann-Renaissance wurde außerdem durch den 100. Todestag 1922 und den 150. Geburtstag 1926 befördert. Nachdem 1927 in der Mansarde ein "Undinen-Zimmer" eingerichtet worden war, wurde drei Jahre später dort und im Geschoss darunter das "E.T.A. Hoffmann-Museum" eröffnet. In der Folge wurde es allmählich auf das ganze Haus und den Garten ausgedehnt. Originale Einrichtungsgegenstände sind nicht erhalten.

In den Jahren 1999 und 2003 richtete der Bühnenbildner Wolfgang Clausnitzer mit Hilfe von Stiftungen und Sponsoren die Gedenkstätte nach modernen museumsdidaktischen Gesichtspunkten neu ein, ohne dass das bisherige besondere Flair aufgegeben wurde. Bis heute wurde dieses Konzept ständig weiter verbessert.
Im Jahr 2010 wurde am Hausäußeren neben der Gedenktafel ein Ausleger mit dem schreibenden Kater Murr nach der auf Hoffmann zurückgehenden Umschlagillustration für den 1. Band der "Lebens-Ansichten des Katers Murr nebst fragmentarischer Biographie des Kapellmeisters Johannes Kreisler in zufälligen Makulaturblättern" von 1819 angebracht.

Die Haustür haben bereits Hoffmann und seine Frau geöffnet. Das Fenster links davon mit dem gespiegelten Selbstbildnis bietet in einer Art Peep-Show-Effekt Einblick auf einen fiktiven Arbeitsplatz und macht neugierig auf den Raum dahinter, das Spiegelkabinett.
Diese Installation ist eine Einstimmung in den Genius loci und die verschiedenen Bereiche des Schaffens Hoffmanns. Das Motto „Ich denke mir mein Ich durch ein VervielfältigungsGlas – alle Gestalten die sich um mich herum bewegen sind Ichs und ich ärgere mich über ihr tun und lassen ppp“ findet sich im Tagebuch vom 6. November 1809. Geboten wird ein optischer Zugang zu den vielfachen „Ichs“ des Künstlers. Dabei wird der Betrachter in ein Vexierspiel mit einbezogen. Hintergrund ist E.T.A. Hoffmanns Vorliebe für Spiegel-Motive, die sich an vielen seiner Erzählungen ablesen lässt.
Im Erdgeschoss-Gang nimmt Hoffmanns Bild als Anamorphose des Bamberger Künstlers Wolfgang Müller das Motiv der Ichs noch einmal auf (verwendet in der Abbildung oben vor dem Textbeginn). Es gibt dem Besucher gleichzeitig einen Eindruck davon, ein wie großer Geist in einem so schmalbrüstigen Haus wohnte und wirkte.
Im ersten Obergeschoss ist der Raum zum Platz zu der Lebenszeit von Königsberg bis Bamberg gewidmet. Die Vitrine enthält Faksimile-Ausgaben (also möglichst getreue Reproduktionen in Originalgröße) der wenigen erhaltenen umfangreicheren literarischen Werke in Hoffmanns eigener Handschrift (Autographe): "Der Sandmann" (Stiftung Berlin Museum), "Meister Martin der Küfner und seine Gesellen" (Staatsbibliothek Bamberg) und die Knarrpanti-Teile des "Meister Floh" (Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin).
Das enge verwinkelte Treppenhaus mit seiner „hoffmanesken“ Atmosphäre führt an einer Treppennische vorbei. In ihr sind Illustrationen von P. C. Geissler von 1840 zu "Nussknacker und Mausekönig. Ein allerliebstes Kindermärchen nach E.T.A. Hoffmann oder neueste Bilderlust" mit einem Scherenschnitt von Wolfgang Müller aus dem Jahr 2009 zu einem Papiertheater verbunden.
Im zweiten Obergeschoss ist eine Opernloge zu Hoffmanns berühmtester Oper nachgebaut, der "Undine" nach dem Text von Friedrich Baron de la Motte-Fouqué.
Gezeigt werden Reproduktionen der erhaltenen Dekorationsentwürfe Karl Friedrich Schinkels und eine Nachzeichnung als Bühnenbild. Bekanntlich brannte am 29. Juli 1817 das Berliner Schauspielhaus ab.
Die "Undinen"-Aufführung war ein großer Erfolg, nicht zuletzt von Carl Maria von Weber gerühmt. An dem Raum vorbei, es war die Küche der Hoffmanns, führt der Gang in das Wohnzimmer.
Das zweite Obergeschoss stellt den Lebensabschnitt Hoffmanns von Bamberg bis Berlin vor. Mit Zeichnungen des Bamberger Künstlers Michael Knobel ist ein Motiv aus dem "Meister Floh" visualisiert: was die Menschen sagen, steht an einem Zylinder außen, was sie denken (und was der Held, Peregrinus Tyß, in dem Märchen vermittels eines ins Auge gesetzten Mikroskops erkennt), kann der Besucher nachvollziehen, wenn er in das Innere eines "Auges" blickt.
Die berühmte Öffnung in der Decke vermittelt zu dem darüber liegenden Poetenstübchen. Das "Loch" diente E.T.A. Hoffmann, wie Carl Friedrich Kunz 1837 überliefert, nicht nur zur Konversation mit seiner Frau, "sondern auch zu allerlei komischen Überraschungen, die er ihr, bald durch das Herabhängen eines langen Handtuchs oder Herabwerfen eines Stiefelpaars und dergleichen bereitete.“ Hans Günter Ludwig hat diese Überlieferung 2011 ins Bild gesetzt.
In der Mansarde ist der zur Bergstadt gelegene Raum als Musikzimmer gestaltet. Die Partitur der in Bamberg entstandenen Oper "Aurora" ist auf einer Tapete reproduziert, außerdem in einem dem Original der Staatsbibliothek Bamberg nachgebildeten Buch. Hörbar wird sie vermittels einer interaktiven Musikkommode, wie sieben andere Beispiele der Musik Hoffmanns.
Beim Herausziehen einer Schublade sieht der Besucher die meist autographen Noten Hoffmanns (Originale in der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz sowie in der Staatsbibliothek Bamberg) und kann so die entsprechende Musik anspielen (oben das Undine-Modell des Bamberger Künstlers Robert Bauer-Haderlein).

Im Poetenstübchen über dem Wohnzimmer wurde im November 2010 ein spielbares Tafelklavier von Christoph Ehrlich, Bamberger Instrumentenbauer, der Zeit 1809/1810 aus altem Bamberger Familienbesitz (Andreas Blattner) als Leihgabe aufgestellt, das von J. C. Neupert restauriert worden ist.
Das Pianoforte Ehrlichs entspricht dem von Hoffmann auf dem bekannten Selbstbildnis als Kapellmeister Johannes Kreisler in Haustracht dargestellten Instrument in der äußeren Gestalt, ist aber schöner verziert.
Auf dem Pianoforte Ehrlichs spielte Gerhard Weinzierl am 4. Mai 2011 drei kurze Stücke von J. S. Bach (Allemande aus Französische Suite in c-moll), E.T.A. Hoffmann (Andante in B-Dur aus Sonate in F-Dur, Ausschnitt) und W. A. Mozart (Thema in F-Dur mit zwei Variationen); die von Michael Vogel gefertigten Aufnahmen können an einer Hörstation abgespielt werden.