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Auf dem Bamberger Schillerplatz verweist eine große Fahne mit dem Namenszeichen und dem Porträt auf das schmalbrüstige Haus mit der Gedenktafel von 1908. Hoffmann bewohnte das Gebäude, es war die zweite Wohnung in Bamberg, mit seiner Frau Michalina von 1809 bis 1813, und zwar in der zweiten Etage (Wohnraum, Küche) und im Dachgeschoss (Schlaf- und Arbeitsraum: das „Poetenstübchen“).
Die 100. Wiederkehr der Ankunft Hoffmanns in Bamberg 1908 und seines Todestages 1922 sowie der 150. Geburtstag 1926 lösten in Bamberg eine Hoffmann-Renaissance aus. Nachdem 1927 im obersten Stockwerk ein "Undinen-Zimmer" eingerichtet worden war, wurde 1930 das E.T.A. Hoffmann-Museum eröffnet und in der Folge allmählich auf das ganze Haus ausgedehnt. Originales Mobiliar ist nicht erhalten, doch wurde auf zeitgemäße Ausstattung des „Poetenstübchens“ geachtet. In den Jahren 1999 und 2003 modernisierte der Bühnenbildner Wolfgang Clausnitzer mit Hilfe von Sponsoren das Museum, ohne dass das bisherige besondere Flair aufgegeben wurde. Außerdem gestaltete er den Hofgarten als hoffmannesken Zaubergarten mit Bezügen zu Leben und Werk.
Der Blick vom Platz durch das Erdgeschoss-Fenster macht neugierig auf eine Installation, das „Spiegelkabinett“, eine Einstimmung in den Genius loci. Unter dem Motto
„Ich denke mir mein Ich durch ein VervielfältigungsGlas – und alle Gestalten die sich um mich herum bewegen sind Ichs und ich ärgere mich über ihr thun und lassen ppp.“ (Tagebuch 6. November 1809)
wird ein optischer Zugang zu den vielfachen „Ichs“ des Künstlers geboten. Dabei wird der Betrachter in ein Vexierspiel mit einbezogen. Hintergrund ist E.T.A. Hoffmanns Vorliebe für Spiegel-Motive, die sich an vielen seiner Erzählungen ablesen lässt.
Im Erdgeschoss-Gang gibt Hoffmanns Bild als Anamorphose von dem Bamberger Künstler Wolfgang Müller dem Besucher einen Eindruck davon, ein wie großer Geist in einem so schmalbrüstigen Haus wohnte und wirkte. Das enge verwinkelte Treppenhaus mit seiner „hoffmanesken“ Atmosphäre führt im zweiten Geschoss zu einer Opernloge mit den Undine-Dekorationen Carl Friedrich Schinkels und dem Wahrheitsmikroskop (nach dem Meister Floh). Das „Poetenstübchen“ über dem Wohnzimmer weist mit der beinahe zeitgenössischen, nicht auf Hoffmann selbst zurückgehenden Ausstattung und mit Piktrogrammen aus den Tagebüchern eine besonders dichte Atmosphäre auf. Das Musikzimmer bietet die von Hoffmann gerühmte herrliche Aussicht über Berg und Tal.
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